Häufig gestellte Fragen

Seitdem das Stadionthema ernsthafte Züge angenommen hat, tobt eine intensive Debatte in der Stadt. Dabei tauchen immer wieder die gleichen Fragen oder Behauptungen auf, die wir hier ein wenig erläutern möchten.

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Wird wirklich ein neues Stadion gebraucht? 🔗

Das Marschwegstadion entspricht bereits länger nicht mehr den modernen Anforderungen an ein Sport-Erlebnis, weder auf Seiten der Sportlerinnen noch der Medien, noch der Vereine, noch auf Seiten der ZuschauerInnen. Und folglich entspricht das Stadion auch nicht den vom DFB festgelegten Anforderungen für professionellen Fußball. Aufgrund des umfassend bebauten Umfelds und rechtlicher Grenzen lässt sich am Standort Marschweg allenfalls Flickschusterei betreiben. Eine Entwicklung zu einem zeitgemäßen und regelkonformen Standort ist aus baurechtlichen Gründen und durch das begrenzte Umfeld nicht möglich.

Mehr Informationen zu den Limitationen des Marschwegstadions

So viel Aufwand nur für die 3. Liga? 🔗

Für Menschen, die sich nur am Rande mit Fußball beschäftigen, klingt „3. Liga“ erst einmal nicht nach einem großartigen Fortschritt zur 4. Liga. Der Unterschied ist aber immens. Die 3. Liga ist eine Profiliga (die Spieler verdienen ihr Geld allein mit dem Sport), sie ist deutschlandweit, zieht viel mehr ZuschauerInnen und wird umfassend medial vermarktet und rezipiert. Hier spielt man gegen Traditionsvereine aus München, Essen und Dresden und nicht gegen Lohne oder Jeddeloh II. Bezüglich der Aufmerksamkeit liegt die 3. Liga über allen anderen deutschen Nicht-Fußball-Sportarten, über den 2. Ligen in Spanien, Italien und Frankreich und auch über der 2. Bundesliga aus den 90ern.

Eine genauere Beschreibung dieses himmelweiten Unterschieds findet sich in unserer ausführlichen Analyse zum Wert der 3. Liga

Wann fällt die Entscheidung? 🔗

Die Entscheidung im eigentlichen Sinne ist bereits im Februar 2023 mit dem Grundsatzbeschluss für den Stadionbau gefallen (mit 32 zu 19 Stimmen). Die daraufhin gegründete Stadion-Planungsgesellschaft hat in den vergangenen Monaten die nötigen Gutachten und Vorplanungen eingeholt. Mit dem Ratsentschluss am 15. April 2023 soll die Ausschreibung des Stadionbaus auf den Weg gebracht werden. Dieser Zeitpunkt gilt als „Point of no return“, da mit Beginn der Ausschreibung ein Abbrechen oder Unterbrechen des Stadionprojekts sehr hohe rechtliche und finanzielle Risiken mitbringt.

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Tage bis zur Stadion-Entscheidung des Oldenburger Stadtrates am 15.04.2024

Gehört ein Stadion wirklich mitten in die Innenstadt? 🔗

Der Eindruck trügt. Der Standort Donnerschwee ist zwar zentral und damit günstig gelegen, aber er liegt nicht dort, wo wir Oldenburger von „Innenstadt“ sprechen. Es geht hier nicht darum, unsere Altstadt zu verbauen, sondern eine jahrzehntelange Brachfläche hinter Bahnhof und Weser-Ems-Halle zu beleben. Dieser geplante Standort an der Maastrichter Straße hat die Vorteile einer zentralen Lage: gute Erreichbarkeit mit Bahn, ÖPNV, Fahrrad und zu Fuß, BesucherInnen von außerhalb können den Besuch des Spiels mit einem Besuch in der Innenstadt verbinden und somit weiteres Geld in Oldenburg ausgeben. Und gleichzeitig ist der Standort durch die umgebenden Flächen und vor allem den Bahndamm gut kontrollierbar, problematische Fangruppen lassen sich gut zu ihren Bahnen oder Bussen kanalisieren. Dadurch erntfällt auch die (zeitweise) Sperrung von Teilen der Innenstadt und wichtiger Verkehrswege an den Haupteinkaufstagen bei Spielen mit großem Besucherandrang.

Mehr Informationen zum geplanten Standort Donnerschwee

Sollte man das Stadion nicht lieber in der Nähe der Autobahn bauen? 🔗

Gewiss, für mit Autos anreisende Fans wäre ein Standort an einer Autobahnabfahrt geeigneter. Zumindest sofern die Autobahnabfahrt bei größerem Fanaufkommen nicht gleich gesperrt wird, wie am Marschweg. Aber ein Stadion wird für 80 Jahre oder mehr gebaut. In Zeiten des Verkehrswandels dürfen die Bedürfnisse des motorisierte Individualverkehrs nicht das leitende Kriterium für eine Standortentscheidung sein. Der Standort Donnerschwee ist hingegen für alle nachhaltigeren Transportformen ideal: In direkter Nachbarschaft zu ZOB und Hauptbahnhof gibt es keinen Ort mit besserer Erreichbarkeit durch ÖPNV und Fernverkehr. Dazu ist durch die Lage im Zentrum der Stadt das Stadion auch sehr gut zu Fuß und mit dem Fahrrad zu erreichen. Und durch das reichhaltige Parkplatzangebot ist außerhalb der Kramermarktszeit der Standort auch für Autos passabel und weit besser als am Marschweg.

Gibt es alternative Standorte? 🔗

In einer Studie aus dem Jahr 2014 wurden von ExpertInnen insgesamt 6 Standorte im Stadtgebiet untersucht – inklusive des aktuellen Standorts am Marschweg. Daraus erfüllten 3 Standorte die Tauglichkeits-Kriterien:

  • Maastrichter Straße
  • Fliegerhorst
  • Holler Landstraße (Südlich von IKEA)

Aus diesen drei Kandidaten, hat letztendlich die Maastrichter Straße die beste Bewertung erhalten. Der Fliegerhorst wurde mittlerweile anders überplant und steht als Option nicht mehr zur Verfügung. Als einzige Alternative verbleiben weniger günstig gelegene Flächen an der Holler Landstraße. Diese befinden sich aber nicht im Besitz der Stadt und müssten erworben werden, was die Kosten des Stadionprojektes signifikant nach oben treiben würde.

Mehr Informationen zum geplanten Standort Donnerschwee

Wird das Stadion nur für den VfB Oldenburg gebaut? 🔗

Nein, es sind auch Nutzungen außerhalb der 17-20 jährlichen Spieltage des VfB geplant. Als zweite Spitzensport-Mannschaft interessieren sich die „Oldenburg Knights“, die American Football Mannschaft des VfL Oldenburg, dafür im neuen Stadion zu spielen. Weiterhin denkbar sind Pokalspiele weiterer Vereine aus der Region, Spiele der DFB-Jugend-Nationalmannschaften, Open-Air-Konzerte, Versammlungen, Nutzung des Hospitality-Bereichs für Tagungen und Firmen-Events und vieles mehr.

Mehr Informationen gibt es unter Nutzungsmöglichkeiten und im Nutzungskonzept der Stadt Oldenburg. Wir haben zudem ein Interview mit den Knights zu ihren Ambitionen geführt.

Sollte der VfB Oldenburg nicht erst wieder in den Profifußball aufsteigen, bevor man ein Stadion baut? 🔗

Investitionen sind die Grundvoraussetzung für Erfolg, nicht die Belohnung. Trotz beschränkter Möglichkeiten hat es der VfB Oldenburg tatsächlich bereits geschafft, in der Saison 2022/23 in der 3. Liga zu spielen. Dass der VfB in die 3. Liga aufsteigen kann, hat er also schon bewiesen. Wie in den Jahren davor, ist der Verein auch jetzt nur einen Aufstieg vom Profifußball entfernt. Allerdings hat man auch gesehen, dass die Grenzen des Marschwegstadions den Saison-Etat des VfB arg limitiert haben: Beschränkte Vermarktungsmöglichkeiten, wenig Zusatzeinnahmen durch VIP/Hospitality sowie ein hoher sechsstelliger Geldeinsatz für Mietflutlicht und Ausweichspiele in der Arena von Hannover 96 haben dafür gesorgt, dass letztendlich keine Mannschaft zusammengestellt werden konnte, die die 3. Liga halten kann.

Darüber hinaus konnte der VfB mangels Flutlicht, Rasenheizung und Abendspiel-Erlaubnis nur mit einer Sondergenehmigung des DFB in der 3. Liga antreten. Ein Flutlicht wird zwar mittlerweile installiert, aber besonders die Begrenzung der Anstoßzeit auf spätestens 18:30 Uhr lässt sich nicht mit den Anforderungen für die 3. Liga (und die beiden Bundesligen) vereinbaren. Der DFB sieht zudem für seine Ausnahmegenehmigungen vor, dass Vereine in einem überschaubaren Zeitraum die vollen Voraussetzungen erfüllen. So haben VertreterInnen des DFB bereits angemerkt, dass ohne beschlossenen Stadion-Neubau eine Ausnahmegenehmigung für den VfB Oldenburg voraussichtlich nicht noch einmal erteilt wird.

Mehr Informationen in diesem Artikel: Ein neues Stadion – keine Frage der Liga!

Soll die Stadt wirklich ein neues Stadion bezahlen? 🔗

Ob die Stadt ein neues Stadion bezahlen soll, ist Teil der aktuellen politischen Debatte und Aufgabe unserer demokratisch gewählten VertreterInnen im Stadtrat zu entscheiden. Fest steht allerdings, dass die Stadt aktuell die einzige Partei ist, die ein Stadion bezahlen kann.

Der VfB Oldenburg fällt als Bauherr aus, da Vereine frühestens ab der 2. Bundesliga ausreichend finanzielles Potenzial (Sponsoren, Fernsehgelder, Tickets) haben um im Alleingang einen Neubau zu stemmen. Und die 2. Liga ist für den VfB mit dem Marschwegstadion unerreichbar.

Ähnlich sieht es mit einer Investorenlösung aus. Die meisten Einrichtungen aus den Bereichen Kultur, Soziales, Sport und Freizeit erwirtschaften keinen Gewinn, sind oft sogar Zuschussbedürftig. Der Ertrag einer Investition („Return on Invest“) in diesen Bereichen ist darum nicht rein finanziell zu sehen, sondern in den vielfältigen positiven Effekten für Stadt und Gesellschaft die daraus entstehen. Ein Investor ist aber nicht der Gesellschaft sondern nur der eigenen Bilanz verpflichtet und wird darum bei einem solchen Projekt (unterhalb der 2. Bundesliga) abwinken.

Man könnte stattdessen hoffen, dass sich ein „Mäzen“ findet, der aus Liebe zum Verein, zum Sport oder zur Stadt oder um sich selbst zu profilieren, viele Millionen bereitstellt. Einerseits sind solche Personen aber so selten, dass man nicht mit einem plötzlichen Erscheinen planen sollte. Andererseits macht man sich hier von den Launen und den Finanzen einer einzelnen Person abhängig. Was für katastrophale Folgen das hat, wenn hier was nicht mehr passt, hat man in den letzten Jahren und Monaten bei 1860 München, dem KFC Uerdingen, Türkgücü München (zweimal!) und zuletzt beim SV Straelen sehen können.

Dass eine Stadt oder Kommune (ggf. unterstützt durch Land, Bund oder EU) so ein Projekt selber realisiert ist übrigens nichts Ungewöhnliches. Zahlreiche moderne Stadien, wie zum Beispiel in Magdeburg, Zwickau, Erfurt oder aktuell in Münster wurden von Städten oder Gesellschaften in städtischer Hand neu oder grundlegend umgebaut. In Oldenburg selbst wurde im vergangenen Jahr der Neubau der Weser-Ems-Hallen für über 60 Mio. € beschlossen. Die große EWE-Arena wurde von der Stadt für 27 Mio. € gebaut.

Baumaßnahmen im Breitensport werden von der Stadt Oldenburg nur mit 30% gefördert, warum das Stadion zu 100%? 🔗

Dieser oft von StadiongegnerInnen angeführte Vergleich hinkt gleich doppelt. Erstens erwirbt die Stadt keinerlei Besitz an geförderten Breitensport-Bauprojekten, während das neue Stadion ganz im Eigentum der Stadt bleibt. Zweitens geht es beim Neubau des Stadions nicht um die Förderung der sportlichen Betätigung sondern des Freizeitangebots der Stadt. Das neue Stadion ist also eher mit den Weser-Ems-Hallen, den EWE-Arenen oder dem Staatstheater zu vergleichen, als mit einer Mehrfeld-Halle für Sportkurse.

Sollte der VfB Oldenburg sich nicht dennoch finanziell beteiligen? 🔗

Wir denken auch, dass sich künftige NutzerInnen, ihre SponsorInnen und Fans in einem angemessenen Umfang beteiligen sollten. Ob das von der Stadt gewünscht ist, steht auf einem anderen Blatt. Bei der Infoveranstaltung im Februar 2023 sprach Oberbürgermeister Krogmann davon, dass er ungern mehrere EigentümerInnen hat.

Wenn man zudem in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung schaut, reduziert sich der städtische Zuschuss für Bau und Betrieb ganz immens, wenn das Stadion sehr gut ausgelastet ist. Um das zu garantieren, sollte der VfB möglichst hoch und erfolgreich spielen. Schaut man sich die Zahlen aus der letzten Drittliga-Saison am Marschweg an – trotz aller Widrigkeiten ein Schnitt von 5.570 – dann ist eine Vollauslastung in der 3. Liga durchaus im Rahmen des Denkbaren. (Siehe auch den Punkt weiter unten: Wie groß muss ein neues Stadion sein?) Und darum kann man die Hypothese aufstellen, dass jeder Euro, den der VfB (oder auch die Knights) in eine erfolgreiche Mannschaft steckt, einen deutlich besseren Effekt auf die städtischen Finanzen haben könnte, als eine direkte Investition in den Bau.

Der VfB Oldenburg hat übrigens bislang eine Beteiligung weder öffentlich angeboten noch ausgeschlossen.

Was ist wenn der VfB Oldenburg gar nicht den Aufstieg in die 3. Liga schafft oder direkt wieder absteigt? 🔗

Es liegt in der Natur des Sports, dass das Endergebnis nicht von Anfang an feststeht. Aber das macht ja auch die große Faszination aus. Wäre es anders, würde wohl kaum jemand Sport schauen und wir müssten gar nicht über Stadien diskutieren. Eine Aufstiegs-Garantie erhält der VfB Oldenburg durch ein neues Stadion nicht. Aber der VfB hätte auf einmal Voraussetzungen, die in der Regionalliga Nord ihresgleichen suchen würden. Meisterschaft und Aufstieg wären damit deutlich wahrscheinlicher als mit den heutigen Rahmenbedingungen.

Das Stadion ist der größte Hebel für Erfolg.

Markus Sass (Geschäftsführer, SC Preussen Münster)

Auch gibt ein neues Stadion keine Garantie gegen einen Wiederabstieg aus der 3. Liga. Aber es macht die 3. Liga überhaupt erst nachhaltig möglich, denn das Marschwegstadion erfüllt erstens nicht die Anforderungen der 3. Liga und zweitens limitiert es den Etat des VfB so sehr, dass keine Mannschaft zusammengestellt werden kann, die sicher die Liga hält.

Insgesamt sollte man den Stadionbau aber auch nicht mit zu kurzfristigem Blick bewerten. Ein neues Stadion wird für vielleicht 80 Jahre gebaut, in denen viel passieren kann. Die Frage ist also, wollen wir in Oldenburg für die nächsten Jahrzehnte das Potenzial für Spitzensport (auf Rasen) bereitstellen oder nicht.

Gibt es denn in Oldenburg überhaupt genug Interesse und Sponsoren, für so viele Mannschaften im Spitzensport? 🔗

Der VfB Oldenburg konnte nach dem Aufstieg in die 3. Liga seine Zuschauerzahlen knapp verdreifachen und seinen Etat vervierfachen. In der gleichen Zeit freuten sich die VfL Handballerinnen über Liga-Spitzenwerte im Zuschauer-Zuspruch, die Baskets wünschten sich aufgrund des Andrangs am liebsten eine noch größere Arena und die Footballer der Oldenburg Knights stemmten den Aufstieg und den Klassenerhalt in der 2. deutschen Liga und zogen dabei auch gut 1.000 ZuschauerInnen an. Und niemand hat sich über die Abwanderung von SponsorInnen beschwert. Je höher eine Mannschaft spielt, desto interessanter wird sie auch für ZuschauerInnen und SponsorInnen aus dem Umland oder sogar von weiter weg. Das aktivierbare Potenzial ist sicher groß genug, um auch vier oder fünf Spitzenmannschaften in Oldenburg zu tragen.

(Gewiss, der Mannschafts-Etat des VfB hat sich als zu klein für die 3. Liga herausgestellt, aber hier haben sich vor allem die Unzulänglichkeiten des Marschwegstadions als finanzieller Klotz am Bein bemerkbar gemacht. Siehe auch die vorangegangenen Punkte.)

Wie groß muss ein neues Stadion sein? 🔗

In der Saison 2022/23 hat der VfB Oldenburg im Schnitt 5.570 ZuschauerInnen im Marschwegstadion begrüßt. Zum Saisonauftakt gegen den SV Meppen kamen knapp 10.000 ZuschauerInnen. Zum Relegations-Rückspiel gegen den Berliner FC Dynamo war das Stadion mit 12.000 ZuschauerInnen ausverkauft (aufgrund von Sicherheitszonen mussten 3.000 Plätze freibleiben) und es hätten noch mehr Tickets verkauft werden können.

Betrachtet man die Zuschauerentwicklungen bei Vereinen nach der Neueröffnung eines Stadions, sind hier deutliche Zuwächse von 20-100% zu beobachten. Legt man die obigen Zuschauerzahlen zugrunde, sind 7.500 ZuschauerInnen tatsächlich die absolute Untergrenze. Sinnvoller wäre eine Kapazität näher an der 10.000, so sie denn realistisch finanzierbar ist.

Man muss nur schauen, wie hoch der Zuschauerschnitt in neueren Stadien ist: Magdeburg, Rostock, Aachen: Die Leute rennen den Klubs die Bude ein, wenn ein vernünftiges Angebot existiert.

Markus Sass (Geschäftsführer, SC Preussen Münster)

Ein Stadion wird für 80 Jahre oder länger gebaut. In dieser Zeit kann viel passieren. Damit das Stadion zukunftssicher ist – und sich nicht wie die erste EWE-Arena nach wenigen Jahren als zu klein herausstellt – ist die Möglichkeit des späteren Ausbaus auf 15.000 ZuschauerInnen wichtig, denn das ist die Untergrenze für die 1. und 2. Bundesliga.

Wenn ein neues Stadion gebaut wird, was passiert mit dem Marschwegstadion? 🔗

Das Marschwegstadion wird so schnell nicht verschwinden. Allein schon weil es der einzige Ort der Stadt ist, an dem vor einem größeren Publikum Leichtathletik betrieben werden kann. Auch für Breitensport, Schulsport, Sportfeste oder auch das ein oder andere Ausweichspiel von VfB Oldenburg oder Knights kann es noch genutzt werden. Das neue Stadion wird voraussichtlich für viele Jahre nur 7.500 ZuschauerInnen beherbergen können, mit dem Marschwegstadion bleibt dann eine Alternative für bis zu 15.000 ZuschauerInnen. Es wird sicher ruhiger im Marschwegviertel, aber sonst ändert sich erstmal nichts.

Langfristig eröffnet es aber der Stadt die Chance, das Areal neu zu denken und neu zu entwickeln. Anstelle immer wieder in ein nicht mehr zeitgemäßes Konzept investieren zu müssen, könnte man z.B. das Stadionrund verkleinern und modernisieren und freiwerdende Flächen anders nutzen oder ins Umfeld integrieren, wie im Gutachten zur Sportentwicklung der Stadt Oldenburg von 2005 vorgeschlagen (S.80ff). Aber das sollen andere Menschen zu gegebener Zeit diskutieren.

Und was passiert, wenn kein neues Stadion kommt? 🔗

Wird der Neubau eines Stadions abgelehnt, kann der VfB Oldenburg jegliche Ambitionen auf den Profifußball begraben. Vielleicht kann man noch einmal versuchen, mit dem Einbau einer Rasenheizung im Marschwegstadion eine neue Ausnahmegenehmigung für die 3. Liga zu erwirken. Aber der DFB war schon recht deutlich, dass es diese Ausnahme eigentlich nur gibt, wenn perspektivisch jedes Heimspiel im eigenen Stadion gespielt werden kann. Mit der Begrenzung der Anstoßzeit auf spätestens 18:30 Uhr im Marschwegstadion ist das nicht erreichbar.

Letztendlich würde man als Stadt mit einem nicht mehr zeitgemäßen Stadion an einem ungünstigen Standort weitermachen und die Regionalliga Nord wäre auf Dauer das Höchste der Gefühle im Oldenburger Fußball. Da Fußball auch von (erhofften) Erfolgen lebt, hätte es der VfB ohne diese Perspektive schwerer, Fans, SponsorInnen und Ehrenamtliche zu binden, hätte es schwerer, ambitionierte Spieler zu verpflichten. Die Frage, ob sich unter diesen Voraussetzungen auch die Regionalliga halten lässt, darf gestellt werden.

Das Marschwegstadion selbst kann vielleicht noch 20-30 Jahre mit begrenzten Mitteln weiter betreiben werden. Aber irgendwann kommt dann doch der Zeitpunkt, an dem ein Neubau unausweichlich ist und der wird dann noch sehr viel mehr kosten, als heute. Und ein idealer Bauplatz, wie er heute in Donnerschwee existiert ist dann möglicherweise nicht mehr verfügbar.